Learning Lab
- Marcel Binzenhöfer
- 20. Nov. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
Meine Ziele
Digitales Tool für Lernen und Reflexion entwickeln.
Vibe-Coding mit unterschiedlichen LLMs testen.
Eigenes Produkt konzipieren, gestalten und umsetzen.
Technisches Verständnis auffrischen.
Kurzbeschreibung
Learning Lab bietet dir interaktive Lern- und Reflexionskarten für deine persönliche und professionelle Weiterentwicklung. Es besteht aus zwei Sets (Learning, Reflection) mit jeweils 12 Kategorien á 20 Karten. Die insgesamt 480 Karten adressieren Themen wie Emotionen, Veränderung, Konflikte, Führung, Beziehungen und mentale Gesundheit.
Funktionen
Random: Ziehe zufällige Karten aus dem ganzen Set oder einzelnen Kategorien.
Notes: Speichere deine Gedanken und Learnings als Notizen in der jeweiligen Karte.
Filter: Filtere die Karten nach "All Cards", "Learned/Done", "Notes" und "Favorites".
Insights: Betrachte deine Lern-Statistik und behalte einen Überblick über deine Entwicklung.
Share: Teile einzelne Karten und deren Inhalte mit anderen Menschen.
Export: Exportiere deine Notizen oder deinen Lernstand (local storage).
PWA (Progressive Web App): Installiere das Learning Lab als Mobile oder Desktop App auf deinem Device.
Set-Up und genutzte Tools
Konzeption: Grundlage waren die Inhalte aus meinen durchgeführten Workshops und vergangenen Weiterbildungen. Zusätzliche Ideengenerierung und Verdichtung mit ChatGPT, Claude und Gemini.
Design: Canva (Cards, Icons).
Technik: Visuell Studio Code (Code-Editor), GitHub Desktop (Git-Client), GitLab (Repository), GitLab Pages (Hosting) Coding-Support durch LLMs (primär Claude).
Hintergrund und Ziele
Die Idee zu den Learning Cards kam mir, als ich die Coding Cards online entdeckt habe. Es gibt mittlerweile zahlreiche Kartensets zu den unterschiedlichsten Themen. Ich wollte mir eigene Karten machen, zu Themen, die ich in den vergangenen Workshopreihen bei empiriecom (Kommunikation & Feedback, Selbst-Führung, Haltung & Konflikt) adressiert und in meinen Weiterbildungen (Systemisches Coaching, Kommunikation, etc.) behandelt hatte.
Ich hatte das Ziel, niedrigschwellige, in den Alltag integrierbare Challenges mit Reflexionsfragen für die Mitarbeitenden zu entwickeln, durch die sie die Inhalte aus den Workshops der letzten Jahre wiederholen und vertiefen können. Zusätzlich wollte ich Challenges für die einzelnen Rollen (Developer, Product Owner, Project Manager, Coaches, UX Research / Design, etc.) konzipieren, die sie entweder alleine für sich, im Team oder innerhalb ihrer Rolle gemeinsam angehen können.
Die Learning Cards sollen dabei unterstützen, Wissen miteinander zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und die Lernkultur weiterzuentwickeln. Im Anschluss an die 12 Sets für Learning habe ich die entwickelte Struktur genutzt, um zusätzlich 12 Sets zum Thema Reflexion zu konzipieren. Gemäß des Mottos "Wenn wir neue Fragen stellen, werden wir neue Antworten erhalten" habe ich Fragen konzipiert, die dabei helfen, eigene Muster zur reflektieren (einzeln oder in der Gruppe) sowie das Selbst-Bewusstsein und die Selbst-Steuerung zu erhöhen.
Abseits der Inhalte hatte ich Lust, mein technisches Wissen aufzufrischen, verschiedene LLMs in Bezug auf Ideengenerierung und Vibe-Coding auszutesten und ein digitales Produkt von Grund auf selbst zu entwickeln.
Umsetzung
In den letzten Jahren habe ich viel mit Canva gearbeitet und bereits auch eigene Karten für Workshops gemacht. Das hat mir geholfen, den grundlegenden Aufbau der Karten zu gestalten. Im Anschluss habe ich Set für Set die Inhalte mit Support von ChatGPT konzipiert, in Canva passende Icons für die jeweiligen Karten gesucht und die Sets fertiggestellt.
Hier findest du ein paar Beispielkarten aus unterschiedlichen Sets:
Als die ersten Sets fertig waren, habe ich angefangen, mich mit dem technischen Set-Up zu befassen. Ein Developer Kollege gab mir die Idee, die Seite auf GitLab Pages zu hosten und half mir bei der Einrichtung und der Weiterleitung als Subdomain auf meine Website. Aus ehemaligen Projekten wie meiner ersten Website, Helping Hands oder Vomlando hatte ich noch ein Grundverständnis und -kenntnisse über VS Code, GitHub Desktop und Gitlab.
Ein anderer Kollege hatte mir ein grundlegendes HTML mit der ersten Idee aufgesetzt. Mit diesem Entwurf ging es dann los. Im ersten Schritt habe ich ChatGPT als Coding-Buddy genutzt. Für den Anfang war es ganz in Ordnung, jedoch merkte ich schnell, dass sehr viele Fehler im Code waren und häufig Dinge fehlten. Mit Gemini ging es mir ähnlich, erst mit Claude war ich letztendlich zufrieden.
Ich startete mit einem MVP (Minimum Viable Product), der die Grundfunktionalitäten enthielt: Grundlegender Aufbau und Design der Seite, Karten werden angezeigt und lassen sich umdrehen, Auswahl von Sets, etc. Mit dir Zeit wurden meine Prompts genauer, die Code-Qualität von Claude besser und die Seite entwickelte sich weiter. In der Form ging es dann Iteration für Iteration weiter. Ich habe mir zwischendurch Feedback eingeholt und mit meinem neuen Freund Claude über mögliche Features und Verbesserungen sinniert.
Nach vier Wochen hatte ich einen Stand, mit dem ich grundlegend zufrieden war. Danach ergänzte ich die Learning Cards noch um die Reflection Cards und baute die Seite um. Im Anschluss machte ich noch den Feinschliff und ein paar technische Optimierungen (Barrierefreiheit, Performance, PWA, Settings, etc.). Insgesamt habe ich am Learning Lab gut sechs Wochen, einen großen Teil davon in meiner Freizeit, gearbeitet und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Use Cases
In einem Team, das ich seit kurzem übergangsweise als Scrum Master begleite, habe ich Random eine der Reflection Cards am Ende der Dailies zum Wochenstart und Wochenende als Angebot reingegeben. Daraus sind in der kurzen Zeit erstaunlich substanzielle Gespräche entstanden. Für mich und das Team ist es ein schönes Ritual, um gemeinsam in der Woche anzukommen bzw. die Woche zu beenden und gleichzeitig mehr über die anderen Teammitglieder zu erfahren.
Als Start in die letzte Retro habe ich der Reflexion einer Card innerhalb des Check-Ins mehr Zeit gegeben und weitere Fragen zu den Gedanken der Teammitglieder gestellt. Ich hatte das Gefühl, dass es eine vertraute Atmosphäre geschaffen hat und damit eine wertvolle Basis für den weiteren Verlauf der Retro war.
Die Learning Cards möchte ich zukünftig im Team ebenfalls austesten: Zum einen die rollenspezifischen Cards (Coding, Design, Product Owner, Coaching) für die einzelnen Rollen im Team, zum anderen rollenübergreifende Cards (Communication, Conflict, Mindset, etc.), um als Team eine Challenge in einer gewissen Zeit gemeinsam zu machen und darüber zu reflektieren.
Abgesehen vom Team-Setting habe ich die Reflection Cards bereits in Workshops und 1:1-Coachings ausprobiert, bisher hauptsächlich als Check-In, um gemeinsam im Raum anzukommen (es gibt auch ein spezielles Check-In-Set mit 20 Cards). Natürlich lassen sich die Cards (Learning & Reflection) auch individuell für sich alleine nutzen. Zukünftig werde ich weitere Settings und Use Cases testen und im Anschluss darüber berichten.
Learnings
Jetzt möchte ich gerne einen Blick zurückwerfen, auf meine Ziele, die sich im Laufe der Umsetzung mitentwickelt haben.
Digitales Tool für Lernen und Reflexion entwickeln
Vibe-Coding mit unterschiedlichen LLMs testen
Eigenes Produkt konzipieren, gestalten und umsetzen
Technisches Verständnis auffrischen
Insgesamt sehe ich die Ziele als erreicht an. Das Projekt hat mir definitiv dabei geholfen, auf technischer Ebene mein Verständnis zu verbessern. Meine Skills in HTML, CSS sind wieder aufgefrischt, mein Verständnis von JavaScript hat sich zumindest erweitert. Auch der Umgang mit VSCode, GitLab und GitHub Desktop ist wieder auf einem Level, das mir absolut ausreicht. Den größten Zuwachs habe ich im Umgang mit den LLMs gemacht. Ich habe viel ausprobiert und experimentiert, sowohl mit den unterschiedlichen Modellen, als auch in Bezug auf das Thema Prompten. Hier wurde mir wieder mal deutlich, wie wichtig ein guter Rahmen und klare Kommunikation sind, auch in der Arbeit mit KI. Da die Möglichkeiten gefühlt grenzenlos sind, finde ich es sehr wichtig, mir auch die Schattenseiten und Kosten der Technologie bewusst zu machen.
Inhaltlich habe ich einiges über die die Themen Lernen und Reflexion für mich mitgenommen. Ich habe ein wunderbares Set an Challenges und Fragen für mich erstellt, das mir zukünftig als wertvolle Basis für Coachings, Meetings und Workshops dienen wird. Auch den Wert von ehrlichem und kritischem Feedback durfte ich in der Entwicklung erfahren. Viele Menschen in meinem Umfeld haben sich die Zeit genommen, den aktuellen Stand des Tools unter die Lupe zu nehmen und mir ihre Gedanken und Ideen mitzuteilen. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Ein Thema, in dem ich noch viel Lernraum für mich sehe, ist der Bereich Lern-Marketing. Wie vermittle ich meine Intention hinter dem Tool klar und anschlussfähig und bringe die Menschen um mich herum ins Ausprobieren? Mit dieser Frage will ich mich zukünftig genauer befassen und verschiedene Strategien ausprobieren.
Davor will ich innehalten und den Erfolg feiern. Ich habe zum ersten Mal ein digitales Produkt von A bis Z selbst konzipiert, gestaltet und umgesetzt. Das fühlt sich richtig toll an und macht mich stolz. In der Vergangenheit war ich bei Projekten wie Helping Hands oder Vomlando zwar auch komplett involviert, jedoch lag mein Fokus auf bestimmten Themen. Den gesamten Prozess komplett selbst zu steuern hat mir richtig viel Spaß gemacht und ich war phasenweise absolut im Flow. Ich habe meine eigene Begeisterung und Wirksamkeit spüren können. Das war ein wunderbares Gefühl. Gleichzeitig war ich rückblickend auch oft im Tunnel und habe nur schwer ein Ende gefunden. Ich merke im Nachgang, dass ich energetisch gut an meine Grenzen (und teilweise auch etwas darüber hinaus) gegangen bin und will mir jetzt bewusst Zeit nehmen, um meine Batterien in dieser Hinsicht aufzuladen.
Funktionen
Willkommen in deinem Learning Lab: https://learning.marcelbinzenhoefer.de/
Bevor du startest, will ich dir gerne einen Überblick über die Funktionen der Seite geben.

Auf der Startseite wählst du deinen Track zwischen Learning und Reflection. Auf der Hauptseite kannst du jederzeit zwischen den Tracks wechseln.

Im Hauptmenü gibt es für beide Tracks eine Intro Card mit der Idee zum jeweiligen Track. Die Karte zeigt dir die Flip-Funktion, die auch die weiteren Karten in den Sets haben. Die Rückseite beschreibt Ziele und mögliche Herangehensweisen. Darunter findest du die Auswahl der Sets. Jeder Track (Learning, Reflection) beinhaltet 12 Sets á 20 Cards und ist alphabetisch geordnet.
Unter der Auswahl befindet sich der Controls-Container mit der Random-Funktion, den Filtern, den Settings, der Export-Funktion und den Insights.
Random: Ziehe zufällige Karten aus dem ganzen Set oder einzelnen Kategorien.
Filter: Filtere die Karten nach "All Cards", "Learned/Done", "Notes" und "Favorites".
Settings: Nehme unterschiedliche Einstellungen vor oder exportiere / importiere deinen Speicherstand (local storage)
Export: Exportiere deine Notizen als PDF inkl. der Kartenrückseiten als Bilder.
Insights: Betrachte deine Lern-Statistik und behalte einen Überblick über deine Entwicklung (Progress-Bar).
Darunter siehst du einige der Keyboard-Shortcuts, mit deren Hilfe du die Seite ohne Maus bedienen kannst. Über die Tasten "H" oder "?" öffnest du das Shortcut Modal, in dem du alle Shortcuts findest.

Auf den Kartenrückseiten gibt es sechs Buttons mit unterschiedlichen Funktionen.
Share: Teile die Karte und ihre Inhalte mit anderen Menschen.
Copy: Kopiere die Texte der Karte mit einem Klick.
Zoom: Vergrößere die Karte.
Notes: Speichere deine Gedanken und Learnings als Notizen in der Karte ab. Die Inhalte der Karte erscheinen beim Öffnen automatisch im Note Modul. Dank quill.js hast du im Note Modul viele verschiedene Möglichkeiten zur Textbearbeitung.
Favorites: Markiere die Karte als Favorit. Diese Funktion lässt sich auch gut nutzen, um sich Karten beim Durschauen vorzumerken.
Learned / Done: Markiere die Karte als gelernt / erledigt.
Die Buttons Notes, Learned / Done und Favorites werden farbig, sobald du die geklickt hast. Im Status Learned/Done wird die Karte zusätzlich ausgegraut. Nach diesen drei Attributen lassen sich die Karten auch Filtern und der Fortschritt wird dir in den Insights angezeigt.
Durch die PWA-Funktionalität (Progressive Web App) kannst du dir das Tool auch problemlos auf deinem Desktop oder dem Homescreen deines Handys installieren. Die Seite fühlt sich dadurch wie eine native App an und du kannst schneller und einfacher darauf zugreifen.
Doch jetzt genug mit der Theorie und den Hintergründen.
Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren!
Gemütliche Grüße aus Bamberg,
Marcel


























